Alleinige Sorge

Im Einzelfall kann durch das Familiengericht die gesamte elterliche Sorge oder Teilbereiche davon auf einen Elternteil übertragen werden, wenn dieser einen Antrag beim Familiengericht stellt. Gründe für die Aufhebung der elterlichen Sorge sind u.a.:

  • mangelnde Kooperation und Kommunikation der Eltern
  • Gleichgültigkeit eines Elternteils
  • Äußere Lebensverhältnisse, z.B. Umzug
  • Erziehungsunfähigkeit eines Elternteils (§ 1666 BGB)
  • Gewaltanwendung gegenüber dem Kind
  • fehlende Kontinuität des anderen Elternteils hinsichtlich der Erziehung
  • Bindung an Geschwister

Nach § 156 FamFG können Gerichte Elterngespräche in Beratungsstellen anordnen und nach § 158 FamFG einen Verfahrensbeistand bestellen. Dieser hat die Interessen des Kindes zu vertreten.

Oft wird ein familienpsychologisches Gutachten vom Gericht in Auftrag gegeben. Die Gutachter überprüfen unter Berücksichtigung des Kindeswohls welcher Elternteil folgende Bereiche besser abdeckt:

  • Förderungsprinzip (Wer fördert das Kind besser?)
  • Bindung des Kindes an die Eltern (Zu welchem Teil besteht eine engere Bindung?)
  • Neigung und Wille des Kindes (z.B. bei Hochbegabung oder Berufswahl)
  • Erziehungseignung
  • Persönliche Betreuung
  • Bindungstoleranz (Welcher Elternteil fördert den Kontakt/die Bindung zum anderen besser?)