Gemeinsame Sorge

Der Regelfall nach einer Trennung oder Scheidung ist das Fortbestehen der gemeinsamen elterlichen Sorge. In der Praxis ist oft unklar, wer was entscheiden darf. Bei Gefahr in Verzug, ist jeder allein berechtigt zu entscheiden, z.B. bei einem Notfall.

Grundsätzlich haben beide Eltern gemeinsam zu entscheiden, wenn die Angelegenheit von erheblicher Bedeutung ist, z.B.

  • Wahl des Kindergarten, der Schule, der Ausbildung
  • Operationen; med. Eingriffe mit großem Risiko
  • Aufenthalt des Kindes (bei Mutter oder Vater)

Hält sich das Kind bei demjenigen auf, bei dem es seinen Lebensmittelpunkt hat, kann dieser Elternteil über Angelegenheiten des täglichen Lebens allein entscheiden, z.B.:

  • Entschuldigung in der Schule im Krankheitsfall, - Freizeit- und Feriengestaltung
  • Besuch bei Verwandten,
  • Behandlung leichter Erkrankungen

Der umgangsberechtigte Elternteil kann während der tatsächlichen Betreuung (also während des Umgangs) über Angelegenheiten des täglichen Lebens bestimmen, z.B.:

  • Festlegung der Schlafens- oder Fernsehzeit
  • Wahl des Urlaubsortes
  • Bestimmung der konkreten Ernährung