Aufenthaltsbestimmungen Familiennachzug

Die gesetzlichen Bestimmungen in Deutschland zum Aufenthaltsrecht ermöglichen nur in engen Grenzen die Erlangung eines Aufenthaltstitel. Im Rahmen des sog. Familiennachzuges kann eine Einreise nach Deutschland und der Aufenthalt für Familienangehörige bewilligt werden. Die Frage des Familiennachzuges stellt sich, wenn Familienangehörige in Deutschland leben, die selbst im Besitz einer Aufenthaltserlaubnis sind oder der Nachzug zu einem deutschen Staatsbürger gewünscht wird, insbesondere mit der Absicht einander zu heiraten. Der Familiennachzug bezieht sich auf den inneren Kern der Familie, d.h. Ehegatten, Lebenspartner nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz sowie minderjährige Kinder. Der Nachzug sonstiger Familienangehöriger ist nur in Ausnahmefällen möglich. Die Voraussetzungen für den Familiennachzug sind im Aufenthaltsgesetz (AufenthG) geregelt und richten sich nach dem Status des Familienangehörigen, zu dem der Nachzug begehrt wird. 

Einer besonderen rechtlichen Prüfung bedürfen insoweit die Fälle, in denen eine Eheschließung in Deutschland geplant ist, beide oder einer der zukünftigen Ehegatten jedoch nur über eine Duldung und keinen Aufenthaltstitel verfügen. Häufig begegnet man hier dem Vorwurf der Scheinehe. 

Auswirkungen auf den familiären Aufenthalt kann schließlich die Trennung und Scheidung zweier Eheleute haben, wenn der Aufenthalt lediglich im Rahmen des Familiennachzuges vom anderen Ehegatten abgeleitet wird. Wir empfehlen Ihnen, sich in derartigen Konstellationen hinsichtlich aufenthaltsrechtlicher Folgen durch unsere Kanzlei beraten zu lassen.